Zeitlose Trauer

„Zeit heilt alle Wunden“- Meiner Meinung nach Bullshit. Jedoch bekommt die Trauer mit der Zeit ihren Platz, wird weniger und ist nicht mehr die alles überschattende Emotion. Gleichzeitig verblassen aber auch die Erinnerungen an das gemeinsame Leben mit Steffi.

Wenn man einen geliebten Menschen auf die Art und Weise verliert wie ich es erfuhr, dann gibt es wohl keine abschließende Heilung.Es bleibt ein dynamischer Prozess. Der zwar schwächer wird, dann wiederum in seiner ganzen schmerzhaften Kraft zuschlägt. Soviel getrauert, soviel geweint, soviel darüber gesprochen und geschrieben. Fällt mir aktuell irgendwie schwer die passenden Worte zu finden, zu dem was ich fühle. Weil soviel passiert, im innen wie im außen. Ich probiere es trotzdem.

Stelle mir bewusst die Frage, „Was ändert das Reisen an meiner Trauer?“

Merke das es eine ganze Menge ist. Weil man schlichtweg den Raum und die Zeit hat, sich auf das einzulassen was einen beschäftigt. Wenn ich weinen muss, dann nehme ich mir die Zeit dafür. Muss es nicht verschieben, weil ich gerade in der Arbeit bin oder ähnliches. Sicherlich kann man im üblichen Alltag aktiv Trauern, doch fällt es auf Reisen soviel leichter. Zudem wird man erfüllt von Momenten, Menschen, Begegnungen und Erfahrungen. Dem außergewöhnlich schlimmen, außergewöhnlich schönes entgegenbringen. Reisen um bei sich anzukommen. Irgendwo dazwischen empfinde ich tatsächlich so etwas wie Heilung. Ich Male wieder, das Interesse für Kunst und Kultur ist zurück. Habe mit Liv seit ziemlich genau einem Jahr eine neue Partnerin gefunden, die mir neuen Halt und neue Liebe gibt. Die sich auf mich und das Abenteuer Fernbeziehung eingelassen hat. Was eine große Portion Vertrauen braucht und einen vor neue Herausforderungen und Probleme stellt. Für mich, alles in allem Indizien dafür, wie viel sich in diesem Trauerprozess verändert hat. Zeit ist dabei wichtig, ja. Doch es geht viel mehr darum was wir aus ihr machen. Wie wir sie dafür nutzen, uns zu erfüllen.  

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2 Kommentare

  1. Hallo Max,
    auch ich habe noch nie irgendwo einen Kommentar hinterlassen, aber heute ist es so weit.
    Durch Zufall bin ich in der ARD Mediathek auf Deinen Beitrag „Jung, Papa, Witwer- ein Roadtrip“ gestoßen, der mich wirklich sehr berührt und auch irgendwie fasziniert hat. Wie Du gemeinsam mit Deinem Sohn so viel positive Energie und Mut aufbringst für dieses Abenteuer „Reise“ und wie ihr diese besondere Zeit nutzt um miteinander zu verarbeiten und weiter zu wachsen, finde ich klasse. So optimistisch, lebensbejahend, reflektiert und authentisch.
    Danke fürs Teilen Deiner Gedanken und Euer Geschichte, ich werde hier sicherlich immer mal wieder vorbei schauen denn es tut gut.
    Alles erdenklich Gute auf Eurem weiteren gemeinsamen Weg -wohin auch immer er euch führen wird.
    Marion

    1. Liebe Marion,
      Nun hat es etwas gedauert mit Antworten. Wo fang ich da an…? Berührend zu hören welche Worte du für mich findest, vielen DANK dafür. Nachricht wie genau diese von dir, motivieren mich immer auf schöne Art und Weise, meine Geschichte zu teilen. Darin liegt soviek gutes……
      Und wenn es nur einen Menschen erreicht der dadurch aber wirklich berührt davon ist…..

      Alles liebe für dich….
      Carry on.
      Lg Max

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